November  2020

 

Daheim angekommen ...  Der Autor Herbert Mundschau

1954, Deutschland im Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder stand vor der Tür und kurz nach seiner Geburt wurde Deutschland Fußballweltmeister. Dass der just geborene Herbert viele Jahre später, von einem ereignisreichen Leben immerhin schon ein wenig geläutert, Bücher schreiben würde, stand noch in den Sternen.

 

1975 zog er nach Gostenhof und es blieb, trotz vieler Geschäftsreisen und wechselnder beruflicher Aufgaben mit Zweitwohnsitz an entfernten Standorten, seine feste Wahlheimat.

 

Der gelernte Industriekaufmann schaffte es, als Einkaufschef in der Telekombranche und der Automobilzulieferindustrie trotz weltweiter durchaus kritischer Aufgaben, Mensch zu bleiben und ging 2016 mit gutem Gewissen in den Ruhestand. Was ihm ein wichtiges Stück mehr Zeit gab, sich aktiv mit dem Schreiben zu beschäftigen.

 

In den Siebzigern machte er seine ersten literarischen Gehversuche, die ihn zu Manfred Schwab in die Sprachwerkstatt führten. Erste Lesungen, Veröffentlichungen in Stadtmagazinen. Sein erstes „Eigenes“ ein kleines Heftchen, das im Plakaterie-Verlag des unvergessenen Jürgen Wolff erschien. 1978 dann in der Weissenburger Kanalpresse „Nichts ohne Weiteres“, Lyrik und Prosa.

 

In den Folgejahren verschrieb Mundschau sich zeitweise mit Haut und Haaren dem „Gostenhofer Blatt“, einer Stadtteilzeitung, die ihre Themen aus der Dynamik baulicher und kultureller Entwicklung in Gostenhof bezog.

 

Ab Mitte der achtziger Jahre gewannen Familie und Beruf Priorität und nur hin und wieder verfasste Herbert Mundschau kleine persönliche Texte. Bei Zulieferern wurde er berühmt -berüchtigt für ausdrucksstarke Geschäftsbriefe. Gerne riss sich mancher Verkäufer für die Belange dieses Kunden ein Bein aus, damit der nicht schon wieder „so einen Brief“ schrieb…

 

In seinen letzten Berufsjahren nutzte er die vielen Stunden im ICE, sowie unter der Woche die Abende in seiner Zweitwohnung neben der Firma in Heiligenhaus, um sich mit Prosastücken zu vielen Themen auseinanderzusetzen. Und dann ging es Schlag auf Schlag: Seit 2015 veröffentlichte er zwölf Bände im Selbstverlag, von den „Erörterungen“ über ein schräges Münchner Kriminalstück und eine Entführungsstory in Marokko, zwei Bände mit Kindergeschichten, mehrere Sammlungen von Prosastücken und den ersten und zweiten Teil des satirischen Jahrbuchs „365 Tage“. Viele seiner Stories sind von feiner Ironie und humorvoll skurrilen Wendungen geprägt, in seinen Satiren bezieht er jedoch eindeutig auch politisch Stellung.

 

Im Frühjahr 2018 wurde er von der Jury unter die Top Ten zur Vergabe des Fränkischen Krimipreises des Ars Vivendi-Verlags nominiert.

 

Vor der beeindruckenden Kulisse des Irrhains gewann er im Juni 2020 den Goldenen Blumentopf, erster Preis beim stark besetzten Poetenwettstreit des Pegnesischen Blumenordens.

Zum Jahresbeginn 2021 Mitglied des Autorenverbands Franken.

 

Live zu erleben war Herbert Mundschau Lesungen u.a. in Cafés, auf dem Straßenfest gegen Rassismus, bei den „Mittagslesungen“, in privatem Kreis und Gemeindezentren. Seit April 2018 ist er gemeinsam mit Ernst Schultz, Urgestein der Nürnberger Musikszene, mit dem Programm „Lesung & Lieder“ unterwegs. Der Mix aus Mundschaus Texten und dem musikalischen Rahmen aus Dylan-Songs auf Deutsch und mehr aus den 60ern und 70ern kommt beim Publikum an und die beiden traten bisher über 25 mal an unterschiedlichen Spielorten in der Region auf, z.B. an idyllischen Sommerabenden in den Hesperidengärten oder in der Dreieinigkeitskirche Gostenhof, dem Babylon in Fürth dem Casablanca-Kino, im GoGarten oder auch zu einer Vernissage in der Weissenburger Schranne.

 

Neben der Literatur gibt es für den Autor ganz Wichtiges wie die Familie mit Kindern und Enkeln, Reisen und Unternehmungen mit seiner Frau Ingrid, ehrenamtlicher Kassendienst im Casablanca, Sport – auch mal auf der Tartanbahn (2017 wurde er Bayerischer Vizemeister im Leichtathletik-Dreikampf der Senioren),  Vorstandsmitglied der „Conoris e.V.“ (Förderung der Städtepartnerschaft zwischen Nürnberg und Cordoba) und einen erfreulich lebendigen Freundes- und Bekanntenkreis.

 

Die Corona-bedingte KO-Phase nutzte er für die Überarbeitung einer ganzen Reihe älterer Texte, und neben den bereits erschienenen "Schwarze Löcher" und "365 Tage II" gingen in diesem Jahr sein zweites Kinderbuch und eine Sammlung von Lyrik aus den letzten zwanzig Jahren in Druck.

 

Und seit Januar 2021 ist er auch Mitglied im Autorenverband Franken e.V.

 

Wer mit Herbert Mundschau in Kontakt treten möchte, der kann das ganz persönlich tun oder auch hier über die Homepage:  https://herbertmundschau.jimdo.com/Kontakt

 

Hier darf man auch Buchbestellungen loswerden. Bei einer Lesung zitierte er Klaus Staeck, der auf ein Plakat mit dem Konterfei von Spitzwegs „Armer Poet“ die sogenannte Verlegerweisheit setzte: “Nur die Armut gebiert Großes…“  Das müsse so nicht sein, meinte Mundschau. Und lächelte. Das tut er nämlich gern.